TOLLROCK22 - Was ein Brett!

Womit sollen wir nach einem so traumhaften Festivalwochenende anfangen? Wie schon in der Ankündigung erwähnt und so geschehen, empfingen uns die Securities mit einem Lächeln und teilten die Anreisenden auf die Plätze C1 und C2 auf. Eine ultrafrühe Anreise musste nicht sein, da genug Platz zur Verfügung stand. Wobei am „Ende des Tages“ die Hütte so gut wie voll war! Für donnerstags gab es noch Tickets - Freitag und Samstag waren restlos ausverkauft. Eines war klar: Veranstalter, Fans und alle Helfer hatten richtig Bock!

So strömten auch kurz nach Eröffnung des Festivals zahlreiche Besucher auf das Gelände um The O’Rellys and the Paddyhats als Opener zu sehen. Welch ein grandioser Einstand ins Festivalwochenende. Die Mischung aus Punk und Irish Folk ließ den Moshpit sofort anwachsen. Wer aber meinte, dass das für den erstmalig veranstalteten RESTART nicht mehr zu toppen sei, hat nicht mit dem Auftritt von Bizkit Park gerechnet. Die Jungs haben ein Feuerwerk abgefackelt, was seines Gleichen sucht. Korn, Slipknot, Linkin Park, Deftones… um nur einige zu nennen, wurden einfach nur absolut perfekt gecovered. Wenn man die Augen zugemacht hat, hätte man das Original gegen die Kopie oder umgekehrt, ohne es zu merken, tauschen können. Viele munkelten nach dem Gig: „Wäre das nicht der perfekte Headliner für Samstag gewesen?“ Die Antwort lassen wir natürlich offen aber verdient hätten sie es!

Samstagmorgen - Der zweite Festivaltag begann. Man konnte in den Augen der meisten Besucher sehen, dass die Nacht eher kurz ausgefallen ist. Bei so guter Festivallaune war auch nicht wirklich an schlafen zu denken. Traditionell machten wir eine kleine aber feine Wanderung von der Schönen Aussicht, gemütliche, legale Trails hinab zum Rursee. An selbigem eine Chillpause und wieder ab nach oben. Es war Zeit für den Freitagsopener. Kein geringerer als der TOLLROCKERZ-Bandcontest-Gewinner aus dem Jahr 2019 hatte die Ehre: Taläntfrei! Eins sei gesagt - das sind sie gewiss nicht. Warum sie gecoverd haben sei dahin gestellt. Der Sound der Stollwerker Jungs macht Lust auf mehr und wir freuen uns schon auf das nächste Konzert. The Backyard Band waren die nächsten im Ring aber nach K.O. sah das auch nicht aus. Von Sekunde eins überzeugten sie mit rotzigem, teilweise bluesigem Rock. Die Mundharmonika von Sänger Moritz Zergiebel end- oder beschleunigte das begeisterte Publikum. Ein absoluter Konzerttip!

Schnell etwas Anständiges auf der Fressmeile, zu wirklich fairen Preisen, gegessen, ein-zwei Kaltgetränke und weiter ging es auf der Bühne. Irish Speedfolk, so nennen Fiddler’s Green ihre kreative Musikmischung aus Rock, Folk, Ska, Punk und Reggae. Mit 14 Studioalben und Auftritten auf verschiedenen Kontinenten seit 1990 stand ein Haufen Erfahrung auf der Bühne. Diese projizierten die sechs Musiker auch ins Publikum. Der Circle- und Moshpit beruhigte sich in keiner Sekunde des Konzerts!

Subway to Sally läuteten den späten Abendteil ein. Läuten wäre jetzt ein wenig untertrieben. Metal, Folk-Rock, Mittalter-Rock - eine klare Definition ist auch hier nicht möglich. Eine satte Show mit Feuerspucken, zufriedenen Fans und einem Hammersound bereiteten den Weg für den Freitagsheadliner.

MY’TALLICA ein Name ein Brett! Es hat keiner der gigantischen Songs von Metallica gefehlt. Es gibt nicht viele Worte zum letzten Konzert am Freitag zu verlieren. Im Gespräch mit der Band, haben sie erzählt, dass sie so gut wir gar nicht zusammen proben, weil sie das Repertoire so gut inne haben, dass sie es nicht mehr müssen. Kurzfristig wurde der Sänger krankheitsbedingt ausgetauscht. Sein Ersatz kam von ganz „umme“ Ecke. Wer hätte es gedacht: Vom italienischen Gardasee! Einfach der Hammer und man hörte den ein oder anderen Fan sagen: „Besser als das Original“!

Samstagmorgen 7.00 Uhr: Der letzte Festivaltag hat begonnen. So befanden es zumindest unsere Zeltnachbarn und weckten in gewohnter Manier mit überlauter Musik den Campingplatz. Ob man das cool findet oder nicht sei dahin gestellt (So ab 9 h nächstes Jahr wäre auch ok). It’s Festivaltime!

Der TOLLROCKERZ-Bandcontest, in leicht abgeschwächter Version, mit drei Bands stand an. Furie, The Stitchmachines und Alexis In Texas waren angetreten. Das Judgingformat war recht einfach aber effektiv. 25 Mitglieder des TOLLROCK e. V. haben eine Karte zur Abstimmung erhalten. Ein Benotung der Bands erfolgte von eins bis zehn. Wer die meisten Punkte bekommen hat, hatte gewonnen. Wir gratulieren den sehr rockigen „The Stitchmachines“ und freuen uns auf den Freitagsopener fürs TR23!. FuiR war mit sattem Alternativsound unterwegs. Alexis In Texas stehen für Metal-Core vom Feinsten. Das unterstrichen sie mit Ihrem Auftritt. Alle drei Bands hätten den Sieg verdient aber doof gesagt, es kann leider nur einen geben.

Juke Box Hero übernahmen die Bühne und Fans von Foreigner waren im Himmel angekommen. Perfekter Sound mit grandioser Stimme gepaart; wir waren zurück in den späten 70er Jahren. Nach einer kurzen Pause war es Zeit für The New Roses. Gerade noch als Vorband von KISS, ist die 2013 gegründete Band ein fester Bestandteil der Hardrockszene Europas und darüber hinaus. Die charismatische Kombo pushte die Festivalbesucher Song für Song nach oben. Wir haben bei weitem nicht so viel erwartet. Eine sehr gute Wahl der Veranstalter!

Extrabreit und Coldplace standen noch an. Nach ein paar kleinen technischen Schwierigkeiten, die Speaker Manni bestens überbrückte, rockte die „Schöne Aussicht“ nochmal gewaltig! Extrabreit eine Ikone der NDW-Zeit mit sattem Punksound ließen alle nochmal gewaltig aufhorchen. Das große Finale spielten Coldplace. Es war ein würdiger Abschluss eines mehr als grandiosem Festivalwochenendes. Wir haben uns vor der Bühne mit Fans unterhalten und sie waren alle begeistert, wobei die meisten eine fixe Meinung hatten. Der Abschluss muss mehr krachen und rocken. Damit schließt sich der Kreis und wir sind wieder am Anfang des Festivalberichts zum TOLLROCK22!

Was noch Final zu erwähnen wäre, ist das super Frühstück zu fairen Preisen auf dem Campingplatz und das sich alle über einen Duschcontainer und die ein oder andere Toilette mehr freuen würden.

So what - It’s Festivaltime!

Wir sehen uns beim TOLLROCK23

P.S.: Fotos folgen in Kürze!